Interplanetare Sonden, die zwecks Änderung ihrer heliozentrischen Geschwindigkeit einen nahen Vorbeiflug – Flyby – an der Erde durchgeführt haben, gewinnen offenbar einen kleinen Überschuss an Bewegungsenergie, der sich nicht aus der Himmelsmechanik ableiten lässt. Dieses Phänomen wird Flyby-Anomalie genannt. Die Jupitersonde GALILEO näherte sich nach einem Venus-Flyby der Erde am 8.12.1990 bis auf etwa 960 km an. Zur genauen Bahnverfolgung wurden vom Deep Space Network der NASA Radiosignale im S-Band zur Sonde geschickt, die von ihr postwendend zurückgesandt wurden. Dabei sah die Sonde wegen des sich vergrößernden Abstandes nach dem Vorbeiflug eine erniedrigte – rotverschobene – Frequenz, was dann beim Rückweg von der Sonde zur Erde nochmals auftrat. Diese Methode wird Zwei-Wege-Doppler-Messung genannt und erbringt gerade eine Verdoppelung der Signalfrequenzverschiebung, die aufgrund der Relativgeschwindigkeit zu erwarten wäre…